Samstag
03.03.07
ab 20 Uhr
Eintritt: 10 €


antagon Halle
Orberstraße 57
( Fechenheim/Riederwald )
Frankfurt am Main
Anfahrtsskizze

 

 

Borschtsch 2007
Russisches Hiphop Meeting



Die Disko ist tot, es lebe Hiphop!

In Deutschland gibt's es seit Ende der 90er eine aktive russische Hiphop-Community, die sich bis zu 3 mal jährlich zu einem Meeting einfindet. Dann wird eine Nacht lang das neue Material präsentiert, Ideen ausgetauscht, Bekanntschaften geschlossen. Es kommt eine richtige Festivalstimmung auf. Die Teilnehmer schöpfen neue Kraft, sie machen die positive Erfahrung, dass sie nicht allein sind.

Der diesjährige Veranstalter heisst Doktor Bro und ist selber seit 1999 auf diversen Underground-Bühnen als Musiker und Rapper unterwegs. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, der zentralsten Metropole Deutschlands, die für so ein Meeting perfekt geeignet scheint. Ein zusätzlicher Anlass ist sein 2006 gegründetes Label SPORONOSITEL. Dieses verbindet bundesweit zahlreiche Künstler, so dass das Interesse am Event nicht nur in Musikzeitschriften Anklang finden dürfte.

Mittlerweile gibt es hierzulande eine beachtliche Menge russisch-sprachiger Mitbürger. Der Tatsache, dass darunter auch Musiker sind, wird von den Medien wenig Beachtung geschenkt. Der besoffene Ivan macht sich in jeder Schlagzeile gut, kann eh nur brüllen und prügeln.

Gerade diese zugeschriebene Emotionalität treibt nicht wenige junge Emigranten an, auch die künstlerische Ader nicht zu ignorieren und trotz der Emigration ihre Talente richtig auszuleben. Dabei sind sie heutzutage durch das Internet tatsächlich in der Lage ein funktionierendes Netzwerk mit Genossen aufzubauen. Vor Ort findet ein richtiger Austausch mit den deutschen Gleichgesinnten statt, Musik ist nun mal die universelle Sprache, die sofort verbindet. Und schon findet auf eine buchstäblich spielerische Weise die richtige Integration statt.

Die erfolgreichste Geschichte kann wohl die modernste Musikrichtung verzeichnen - Hiphop. Die Beats werden oft mit Computer produziert, kein teures Equipment, kein Proberaum - perfekt für häufig mittellose Emigranten geeignet. Den Rhythmus programmieren, die Lyrics drüber aufnehmen, in mp3 umwandeln - ab ins Netz damit. In der Schulklasse wird einfach übers Handy ausgetauscht, das schafft neue Freunde und löst Vorurteile.

Die Entstehung mehrsprachiger Projekte ist der nächste logische Schritt. Und wen wundert's, wenn es auf einmal ein Internet-Radio gibt? RASIK heisst der Sender aus Speyer, der 2003 auf Anhieb den "Förderpreis Medienpädagogik" bekam. Zu der letzten von Rheinland-Pfalz mitfinanzierten Compilation-CD äusserte sich Kurt Beck auf dem 5. Bürgerkongress der Landesregierung Rheinland-Pfalz: "Ich sehe in der CD einen gelungenen Schritt zur Integration junger Spätaussiedler und Migranten in unsere Gesellschaft. Es ist zu wünschen, dass diese Initiative aus Speyer zu einem Vorbild in der Bundesrepublik Deutschland wird."